17.5.25

Never Ending Puzzle

Aus 8 Elementarwürfeln lassen sich verschiedene Figuren konstruieren, beispielsweise ein 2x2x2-Würfel oder einen 1x3x3-Quader, aus dem der mittlere Elementarwürfel entfernt wurde.

Um daraus ein anspruchsvolles Geduldspiel zu machen, ersetzen wir die Elementarwürfel durch andere Bausteine gleichen Volumens: Dazu werden die Würfel auf die gleiche Art in jeweils zwei gleiche Teile halbiert und dann jeweils zwei solche Halbwürfel zusammengeklebt.

Diese Zerlegung in Halbwürfel kann man auf unterschiedliche Weise machen. Damit es etwas unübersichtlich wird, zerschneiden wir den Würfel mit einer schräg liegenden Ebene auf folgende Weise:

  • Der Schnitt verläuft durch den Würfelmittelpunkt. Damit sind die beiden Würfelteile automatisch kongruent und besitzen deshalb das gleiche Volumen.
  • Die Schnittebene verläuft etwas schräg zu allen Würfelseiten, genauer gesagt: Die Senkrechte auf der Schnittebene verläuft zu keiner der Seitenflächen parallel. 

Jetzt werden jeweils zwei solche Halbwürfel so zusammengeklebt, dass L-förmige Steine entstehen. Dabei sollen sich die schräg verlaufenden Schnittflächen jeweils am Boden des L und auf der Innenseite des Schaftes befinden, so dass stets Teile der Außenflächen der zerschnittenen  Elementarwürfel verklebt werden und am "langen Rücken" des L eine glatte Fläche ohne Knick entsteht. Dafür gibt es 16 Möglichkeiten, da jeder der zwei zusammengeklebten Halbwürfel vier mögliche Orientierungen besitzt. Für das Geduldspiel wurden von den 16 möglichen Steinen acht Stück ausgewählt. 

Aufgaben: Damit lassen sich nicht nur der 2x2x2-Würfel zusammensetzen, sondern als Zusatzaufgaben gibt es weitere Formen aus acht Würfeln, die sich zusammenstecken lassen. In der Originalverpackung gibt es den oben abgebildeten Rahmen für einen 1x3x3-Quader, aus dem der mittlere Elementarwürfel entfernt wurde. (Im Bild lässt sich der letzte Stein leider nicht mehr einpacken.)

Schwierigkeit: Die Aufgaben sind durchaus lösbar, wenn man sich mit der ungewöhnlichen Form der Steine angefreundet hat. Nur mittelschwer.

Design:  Nobuyuki Yoshigahara (kurz: Nob)
Erscheinungsjahr: 1968
Hersteller: Pelikan (2007) und andere, z.B. Hikimi

Google: Nob's Never Ending Puzzle
Shopping: Nicht lieferbar



14.5.25

Systematische Übersicht über Schiebepuzzles mit Polyominos

Hier finden Sie alle systematischen Übersichten.

Viele Schiebepuzzles verwenden immer wieder Steine der gleichen Form und ähnliche Rahmen. Bei dieser Übersicht sollen jeweils schwierige und optisch oder konzeptionell ansprechende Puzzles vorgestellt werden. Gegeben ist jeweils die Startkonfiguration sowie die Zielkonfiguration. Auch die minimale Anzahl der dafür nötigen Züge wird angegeben. Als Zug zählt jeweils die Bewegung eines einzelnen Steins um ein Feld in waagerechter oder senkrechter Richtung.

Die verwendeten Steine bestehen aus einem Elementarquadrat (stets gelb), zwei Elementarquadraten (Domino, waagerecht weiß oder senkrecht türkis), aus drei Elementarquadraten (Rechteck der Größe 1x3 beige oder V-förmig weinrot) oder aus vier Elementarquadraten (Rechteck 1x4 hellbraun, Quadrat 2x2 rot, T-förmig dunkelblau, L-förmig grün oder Z-förmig hellblau). Zunächst werden rechteckige Rahmen wachsender Größe betrachtet, weiter unten auch rechteckige Rahmen mit aufgesetzten Zinnen. 

Schiebepuzzles im rechteckigen Rahmen

Während die meisten Klassiker einen Rahmen der Größe 4x5 besitzen, gibt es auch interessante Schiebespiele in kleineren oder größeren Rahmen. Im allgemeinen sind Schiebespiele in kleinen Rahmen leichter und eher für Anfänger geeignet. Hier sind die Rahmen nach wachsender Fläche geordnet.

Rahmen mit Zinnen

Die Zinnen auf der Oberkante sorgen für mehr Abwechslung bei den Schiebepuzzles. Manche der Steine lassen sich teilweise oder ganz in eine Zinne schieben, wodurch mehr Platz entsteht. Dadurch entstehen weiter Unterschiede zwischen den Steinen in Abhängigkeit von den Rahmen. Die Ordnung der folgenden Schiebespiele erfolgt nach Größe des Rechtecks ohne Zinnen.

Größe 2x5 mit Zinnen

Größe 2x6 mit Zinnen

Größe 2x7 mit Zinnen

Größe 3x3 mit Zinnen

Größe 3x4 mit Zinnen




Übersicht: Klassische Schiebepuzzles mit Polyominos

Hier finden Sie alle systematischen Übersichten.

Bei diesen Geduldspielen befinden sich mehrere Steine in einem rechteckigen Rahmen, die herumgeschoben werden müssen, um von einer vorgegebenen Startkombination zu einer (teilweise oder komplett) vorgegebenen Zielkonfiguration zu gelangen. Die Steine setzen sich aus mehreren Elementarquadraten zusammen. Solche Schiebespiele gibt es seit mehr als 100 Jahren, und sie lassen sich einzeln oder z.B. entsprechend ihrer Rahmengröße untersuchen. Bei den hier betrachteten Schiebespielen sind Steine der gleichen Form in der Regel nicht unterscheidbar, sie tragen also keine Ziffern oder Bilder (wie z.B. beim Boss Puzzle).

Die Übersicht behalten

Die folgenden Seiten geben eine allgemeine Übersicht, bieten 3D-gedruckte Bausteine für sehr viele Schiebespiele, und beschäftigen sich ein wenig mit dem theoretischen Hintergrund. Und Hilfe mittels Software wird auch vorgestellt.

Klassische Schiebespiele

Die Ordnung der folgenden Schiebespiele erfolgt nach Größe, genauer nach der Fläche des rechteckigen Rahmens.

Größe 2x3

Größe 4x3

Größe 3x5

Größe 5x4

Größe 6x4

Größe 4x6

Größe 5x5

Größe 5x6




Komplizierte Schiebespiele 2x7 mit zwei breiten inneren Zinnen

Wir untersuchen die Schiebespiele mit Zinnen auf dem 2x7-Rechteck, hier mit zwei inneren Zinnen der Breite 2.

Der Rahmen des Spiels enthält 18 Felder, zwei mehr als im Falle der schmalen Zinnen. Damit nimmt Anzahl der Möglichkeiten wieder zu. Nimmt man die drei zusätzlichen Randfelder in der oberen Reihe hinzu, wird das Feld größer. Für dieses vollständige 3x7-Rechteck wurden die interessantesten Schiebespiele auf dem 3x7-Rechteck bereits vorgestellt, hier wird es eher einfacher. Trotzdem benötigen alle Aufgaben mehr als 100 Züge.

Schwierigkeit: Wem die Aufgaben zu einfach erscheinen, der kann ja versuchen, sie im Kopf zu lösen, also ohne echte Spielsteine. Wenn man die ersten Züge erkannt hat, ist das oft ausreichend.

Wie immer konzentrieren wir uns auf optisch oder konzeptionell interessante Spiele. Die Bilder zeigen jeweils die Start- und Zielkonfiguration eines Schiebespiels, darüber steht die Anzahl der benötigten Züge (jeweils ein Stein wird um eine Position bewegt). Die Beschreibung dazu erklärt den Typ des Spiels, ist aber keine vollständige Beschreibung.

Aufgabe 1 - Schwierigste Aufgabe: Dies ist die Aufgabe mit den meisten Zügen. Es gibt nur drei Leerfelder. Man benötigt 241 Züge.


Aufgabe 2 - Zweitschwierigste AufgabeSie benötigt 213 Züge und besitzt bereits einen nicht-konvexen Stein.


Aufgabe 3 - Drittschwierigste Aufgabe:Sie benötigt 213 Züge und besitzt bereits zwei nicht-konvexe Steine.


Aufgabe 4 - SpiegelnEine Spiegelung mit drei Leerfeldern.


Aufgabe 5Die schwierigste Aufgabe mit einem L. Wie kann die Beweglichkeit des L erreicht werden?


Aufgabe 6Die schwierigste Aufgabe mit einem Z. Wie kommt der weiße Domino nach oben?


Aufgabe 7 - SpiegelnHier sind nur zwei Elementarquadrate frei.


Aufgabe 8Die schwierigste Aufgabe mit einem 2x2-Quadrat.


Aufgabe 9 - Beinahe-SpiegelnDie senkrechten Dominos müssen die Seiten wechseln. Dafür gibt es sechs freie Felder.


Aufgabe 10 - SpiegelnHier gibt es nur drei Leerfelder.


Aufgabe 11 - SpiegelnHier gibt es vier senkrechte Dominos, die den Weg versperren.


Aufgabe 12 - SpiegelnDiesmal müssen zwei V's wandern.







11.5.25

5th Avenue

Das Legespiel 5th Avenue gehört zur gleichen Serie wie 4th Avenue, hat aber die Größe 5x5 und eine andere Aufgabenstellung. 

Es gibt 9 hölzerne Spielsteine in der Größe 1x2 (2 Stück) und 1x3 (7 Stück), die in einen hölzernen Rahmen der Größe 5x5 gepackt werden sollen. Jedes Elementarquadrat trägt eines von fünf verschiedenen Symbolen und bei der Lösung sollen in jeder Zeile und jeder Spalte alle Symbole auftauchen. (Für die Diagonalen gibt es keine solche Vorschrift.)

Hier ein nicht ganz gelungener Lösungsversuch. Die abgebildete Anordnung der Steine lässt sich leider nicht vervollständigen.

Schwierigkeit: Sehr schwer, da es nur wenige Lösungen gibt. Außerdem ist die Art der Steine für ein Legespiel gewöhnungsbedürftig.

Design:  Nobuyuki Yoshigahara (kurz: Nob)
Hersteller: Puzzland Hikimi
Erscheinungsjahr: 1980er Jahre

Shopping: Nicht lieferbar

4th Avenue

Vor uns liegt ein Legespiel der Größe 4x4 mit schönen, hölzernen Spielsteinen und einem hölzernen Rahmen.

Auf den ersten Blick sieht dieses Puzzle aus wie eine 4x4-Legespiel mit quadratischen Steinen, an deren Kanten sich halbierte Symbole befinden. Doch schnell stellt man fest, dass bereits jeweils zwei dieser quadratischen Steine passend zu einem Domino zusammengefügt wurden. Wir haben also acht Dominos vor uns, und diese sollen so in den 4x4-Rahmen gelegt werden, dass an den Kanten jeweils passende (d.h. gleiche) Halbbilder zusammenstoßen. Wie bei den meisten Legespielen gibt es vier verschiedene Symbole an den Kanten.

Hier ein nicht ganz gelungener Lösungsversuch. Die abgebildete Anordnung der Steine lässt sich leider nicht vervollständigen.

Schwierigkeit: Sehr schwer, da es nur wenige Lösungen gibt. Außerdem sind die Dominosteine für ein Legespiel gewöhnungsbedürftig.

Lösungshinweis: Können wir den Online-Solver von A. Keilhauer auch für dieses Legespiel benutzen? Die erste Idee wäre, die Dominosteine (in Gedanken) in je zwei quadratische Steine zu zerbrechen und dann das Lösungsprogramm zu benutzen. Dies ergibt aber (höchstwahrscheinlich) sehr viele Lösungen, bei denen die Bruchstellen nicht wieder zusammengefügt werden. Also benötigen wir noch einen Trick, der dafür sorgt, dass die Dominos wieder zusammengesetzt werden. Dazu verwenden wir an den Schnittkanten der acht Dominos acht andere Symbole als an den Kanten der Dominos, z.B. die Ziffern 1 bis 8 auf beiden Seiten des Schnittes. Wenn dann die beiden Einsen nebeneinanderliegen, ist der erste Domino automatisch wieder hergestellt. Wir müssen nur noch Lösungen aussortieren, bei denen Schnittkanten von Dominos an den Rand des Rahmens gelegt werden.

Tatsächlich findet der Online-Solver von A. Keilhauer insgesamt nur eine Lösung und berechnet eine Schwierigkeit von 1.409.018. 

Design:  Nobuyuki Yoshigahara (kurz: Nob)
Hersteller: Puzzland Hikimi
Erscheinungsjahr: 1980er Jahre

Shopping: Nicht lieferbar

10.5.25

Wunderpuzzle 25

Dieses schöne Wunder-Puzzle stammt von Mitsuhiro Odawara [1] und wird hier mit seiner freundlichen Erlaubnis vorgestellt.

Auf den ersten Blick sieht es aus wie ein Polyomino-Puzzle: Vier Pentominos (P, U, Y und Z) sowie das L-Tetromino befinden sich in einem Rahmen der Größe 4x6. Dazu gibt es noch einen zusätzlichen kleinen Stein als "Ersatzteil". Beim genauen Hinschauen bemerkt man, dass es sich hier um "besondere" Pentominos handelt. Sie bestehen nicht aus jeweils fünf Elementarquadraten, statt Quadraten wurden hier Rechtecke verwendet. Die Steine befinden sich bereits im Rahmen, man kann sie ausschütten und wieder einsortieren. Im Bild unten hat dies nicht geklappt, da die Orientierung den Elementarrechtecke beim P-Pentomino nicht passt.


Wenn man es geschafft hat, ist dies noch nicht das versprochene Wunder: Im Rahmen gibt es auf einem Parkplatz einen weiteren kleinen Stein, und der soll auch noch mit einsortiert werden. 

Wie kann das sein, wenn der Rahmen doch schon voll war? Dies ist das Wunder, welches vollbracht werden soll.

Schwierigkeit: Die erste Aufgabe (ohne Berücksichtigung des zusätzlichen Steins) ist vergleichsweise einfach, obwohl es nur eine Lösung gibt. Die zweite Aufgabe ist schwieriger. Wenn man ähnliche Geduldspiele kennt, ist der Lösungsweg relativ klar. Falls nicht, sieht es nach einem echten Wunder aus und die Lösung bietet einen schönen Aha-Effekt. Es gibt jeweils nur eine Möglichkeit, die Steine in den Rahmen zu packen.

Ähnliches Geduldspiel: Ein kleineres Geduldspiel vom gleichen Autor mit einer ähnlichen Lösung ist das Wunderpuzzle 16.

 

Design: Mitsuhiro Odawara
Erscheinungsjahr: 2013

Shopping: Nicht lieferbar.

3D-Druck:  Sie finden die STL-Files in der Sammlung zum Blog auf Thingiverse sowie bei Printables.

Mehr Infos:

Wunderpuzzle 16

Diese hübsche kleine Puzzle stammt von Mitsuhiro Odawara [1] und wird hier zusammen mit einem Modell zum 3D-Druck mit seiner freundlichen Zustimmung vorgestellt.

Gegeben ist ein Rahmen zusammen mit drei Steinen, die an die Pentominos N, P und U erinnern. Dazu gibt es noch einen kleinen Stein, verantwortlich für das Wunder.


Es handelt sich nicht um "echte" Pentominos, denn hier sind sie aus Rechtecken statt Quadraten zusammengesetzt. Dies sorgt dafür, dass man alle diese Rechtecke in der gleichen Orientierung verwenden muss.

Diese drei Steine sollen in den mitgelieferten Rahmen gepackt werden, was gar nicht kompliziert ist. Die drei Steine liegen dann recht locker im Rahmen und bilden ein 3x5-Rechteck.


Aber es gibt im Rahmen noch einen Parkplatz mit einem weiteren kleinen Stein, und dieser soll auch noch im Rahmen untergebracht werden, so dass nun alle Steine flach im Rahmen liegen. Wie kann das gehen? Dieser 16. Stein gibt dem Wunderpuzzle seinen Namen.

Schwierigkeit: Die erste Aufgabe (ohne Berücksichtigung des zusätzlichen Steins) ist einfach, obwohl es nur eine Lösung gibt. Die zweite Aufgabe ist schwieriger, man benötigt eine Idee, um der Lösung näher zu kommen. Falls Sie diese nicht kennen, erwartet Sie ein echtes Aha-Erlebnis. Auch hier gibt es nur eine Lösung. 

Ähnliche Geduldspiele: Eine größere Variante dieses Geduldspiels ist das Wunderpuzzle 25.

 

Design: Mitsuhiro Odawara
Erscheinungsjahr: 2013

Shopping: Nicht lieferbar.

3D-Druck:  Sie finden die STL-Files in der Sammlung zum Blog auf Thingiverse sowie bei Printables.

Mehr Infos:

7.5.25

Eternity

Dieses Puzzle hat eine wirklich spektakuläre Geschichte, denn es ging auch um viel Geld für die erste Lösung. Das Geduldspiel ist höllisch schwer, es wurde selbst für den Computer als unlösbar betrachtet und dann wurde es von zwei Mathematikern gelöst! Aber der Reihe nach. Es handelt sich um Eternity aus dem Jahr 2009:

209 Teile sollen einen nahezu regelmäßigen zwölfeckigen Rahmen vollständig füllen. Dem Rahmen liegt ein regelmäßiges Dreieckgitter zugrunde. 

Die 209 Teile bestehen jeweils aus 12 Hälften der gleichseitigen Elementardreiecke, die entlang ganzer oder halber Kanten entlang von Gitterlinien zusammengefügt wurden. Solche Teile heißen heute Polydrafter, da im Englischen ein Drafter ein Zeichendreieck mit den Winkeln von 30, 60 und 90 Grad bezeichnet. Polydrafter aus 12 Draftern heißen Dodekadrafter. Früher hießen diese Teile auch Dodecadudes. Hier einige der 209 Teile:

Es gibt viele Dodekadrafter, die für solch ein Puzzle ungeeignet erscheinen: Steine mit Löchern können nicht verwendet werden, Steine mit nach außen ragenden spitzen 30-Grad-Winkeln bergen eine Verletzungsgefahr, symmetrische Steine machen das Spiel einfacher und werden deshalb verboten usw. Übrig bleiben insgesamt 770 verschiedene Dodekadrafter [1]. 209 davon wurden für das Puzzle ausgewählt. Weil üblicherweise Polyformpuzzles schon mit 30 Steinen auch für Computer anspruchsvoll sind, konnte man annehmen, dass es mit 209 Teilen praktisch unlösbar wird. Deshalb wurde vom Erfinder Christopher Monckton ein Preisgeld von einer Million britischer Pfund für die Lösung des Puzzles ausgesetzt [2]. Es war bekannt, dass es mindestens eine Lösung gibt, diese lag im Tresor des Erfinders.

Aber es stellte sich als Denkfehler heraus, dass derartige Polyformpuzzles mit wachsender Steinzahl durch exponentielles Wachstum immer komplizierter werden [3]. Dies gilt zumindest, wenn es insgesamt sehr viele Lösungen gibt und man nur nach einer Lösung davon sucht. Und hier gibt es sehr viele Lösungen, deren Zahl wird mittlerweile auf mindestens 10⁸⁰ geschätzt. Die erfolgreiche Lösungsstrategie war folgendermaßen:

Erstens werden die 209 Steine entsprechend ihrer Nützlichkeit grob sortiert. Zweitens stellte man fest, dass sich mit 70 einigermaßen nützlichen Steinen viele der kompakt geformten Rahmen mit einer Fläche von 420 Elementardreiecken des Gitters vollständig füllen lassen.

Damit war das weitere vorgehen klar: Man versucht im ersten Schritt den Rahmen zu rund zwei Dritteln zu füllen, indem man möglichst wenige der nützlichsten Steine verwendet. Der dafür notwendige Aufwand hängt näherungsweise linear von der Größe der Fläche ab und nicht exponentiell wie vermutet. Da man immer mehr Steine zur Verfügung hat als nötig, kann schnell der nächste Stein eingebaut werden. Für die letzten 70 Steine hat man die Hoffnung, dass sich die Restfläche mit den 70 Steinen, von denen viele sehr nützlich sind, auch füllen lässt. Hier ist eine komplexere Analyse mit Backtracking nötig, aber die Chancen stehen nicht schlecht, zumindest bei mehreren Versuchen eine Lösung zu finden.

Wie könnten die Steine für das Eternity-Puzzle ausgewählt und die dazugehörige Lösung gefunden worden sein? Eine ganz einfache Möglichkeit ist die folgende: Zunächst wählen wir eine deutlich zu große Steinmenge, z.B. alle nicht-symmetrischen Dodekadrafter. Mit diesen Steinen zur Auswahl wird der Rahmen gefüllt. Wenn die Steinmenge deutlich größer ist als nötig, dann ist dies ganz einfach, der Computer findet schnell passende Steine. Alle übrigen Steine werden weggeworfen und fertig ist das Puzzle: Wir haben eine scheinbar zufällig ausgewählte Steinmenge und eine Lösung für den Tresor [4]. Das das Puzzle so extrem schwer erschien, wurde als "Hilfe" die Position des Steins Nr. 34 im Rahmen angegeben. Dies war die Position dieses Steins in der einzig bekannten Lösung und es wurde nicht verlangt, dass dieser Stein unbedingt dort liegen muss. Tatsächlich sind bisher mehrere Lösungen von Eternity bekannt, und der Stein Nr. 34 liegt niemals an diese Position. Die Lösung von Christopher Monckton aus dem Tresor ist nicht öffentlich bekannt.

Auf Grund des spektakulären Preisgeldes erzielte das Eternity-Puzzle einen Verkaufsrekord: Im ersten Monat war Eternity das meistverkaufte Spiel aller Zeiten in Großbritannien, in den ersten beiden Jahren wurden rund 225.000 Exemplare verkauft [5]. Die Mathematiker Alex Selby und Oliver Riordan fanden am 15. Mai 2000 eine Lösung und erhielten den Preis im September des Jahres. Im Video [6] erklärt Oliver Riordan, wie sie Eternity gelöst haben.

Design:  Christopher Monckton
Hersteller Ertl Europe Company
Erscheinungsjahr: 1999

Google: eternity puzzle
Shopping: Gelegentlich gebraucht lieferbar, Preis ca. 20€

Eternity: Heart Puzzle

Das Heart-Puzzle ist eines der drei kleinen Puzzles aus der Eternity-Reihe. Diese kleineren und einfacheren Puzzle sollten das Interesse für das große Eternity-Puzzle wecken. Zusätzlich gab es eine Hilfestellung für das große Eternity-Puzzle: Wer eine korrekte Lösung des Heart-Puzzles einschickte, erhielt einen Lösungshinweis für das große Eternity-Puzzle [1].

Das Heart-Puzzle ist (zumindest für Menschen) schwieriger als das Delta-Puzzle und das Meteor-Puzzle, da das zugrundeliegende Gitter hier komplizierter ist und man deshalb nicht immer erkennen kann, ob zwei Steine nebeneinanderliegen dürfen. Das Gitter besteht aus gleichseitigen Dreiecken und Quadraten gleicher Seitenlänge, die folgendermaßen angeordnet sind.

Dieses Gitter wird im Englischen üblicherweise als snub square tiling [2] bezeichnet. Zusätzlich werden die Quadrate durch Diagonalen halbiert, so dass die Steine jeweils zusammengesetzt sind aus vier Teilen, und zwar aus zwei Halbquadraten und zwei gleichseitigen Dreiecken (16 Stück), aus drei Halbquadraten und einem gleichseitigen Dreieck (2 Stück) oder aus einem Halbquadrat und drei gleichseitigen Dreiecken (2 Stück). Dabei wurden für das Puzzle nicht alle möglichen Steine aus vier Teilen verwendet.

Für die Lösung gibt es am Boden des Kartons einen herzförmigen Rahmen der mit den Steinen vollständig gefüllt werden soll. Hier wurde zusätzlich das Gitter in den Rahmen eingefügt.

Schwierigkeit: Sehr schwer, wegen der unüblichen Form des Gitters und der Steine. Außerdem ist die Anzahl von 20 Steinen recht hoch. Für das Heart-Puzzle gibt es 1914 verschiedene Lösungen [3].

Lösungshinweis: Es ist extrem hilfreich, das zugrundeliegende Gitter immer vor Augen zu haben. Also drucken Sie sich ein Gitter mit snub square tiling in passender Größe aus und legen es in den Rahmen.

PolySolver-Info: Wenn Sie dass Puzzle durch den Computer mit dem PolySolver lösen lassen wollen, müssen Sie das Gitter auf Split Snub-Square einstellen.

Design: Christopher Monckton
Hersteller Ertl Europe Company
Erscheinungsjahr: 1998

Google: Eternity Heart Puzzle
Shopping: Selten gebraucht lieferbar.

4.5.25

Pince-nez

Außerhalb Frankreichs gibt es nur vergleichsweise wenig Puzzles mit französischen Namen. Hier ist wieder eines: Pince-nez bedeutet Nasenklammer und dieser Titel verrät uns, dass der Designer eine Ähnlichkeit zwischen den drei Steinen und Nasenklammern erkannt hat. Oder legen wir da vielleicht völlig falsch?

Abb. von nothingyetdesigns.com mit freundlicher Genehmigung

Diese Steine bestehen aus je sieben Elementarquadraten. Aus diesen drei Steinen soll eine flache symmetrische Figur gelegt werden, ohne dass die Steine sich irgendwie überlappen.

Die Steine sind aus lasergeschnittenem Acryl.

Es gibt nur eine Lösung. Können Sie die finden?

Schwierigkeit: Verblüffend schwierig. Und die Lösung beschert Ihnen ein zusätzliches Aha-Erlebnis!

 

Design:  Oleg Smol'yakov (Gelo)
Hersteller:  NothingYet Designs

Shopping: Kaum lieferbar, Preis ca. 5€

Dael 'O' Ring Easy Yellow

Kategorie: Labyrinthe Dieses Dael 'O' Ring Puzzle mit dem gelben Ring ist wahrscheinlich das einfachste Puzzle der gesamten Serie d...