Der heutige Beitrag soll mit einem kleinen Quiz beginnen: Wenn Sie wissen,
dass der Mechanismus im Inneren des unten abgebildeten Würfels aus einem
normalen Zauberwürfel mit unbekannter Anzahl von Würfeln pro Kante stammt, was
vermuten Sie dann:
- Zwei irgendwie verschachtelte 2x2x2-Zauberwürfel,
- einen 3x3x3-Zauberwürfel, oder
- einen 4x4x4-Zauberwürfel?
Und es kommt noch schlimmer, denn vor uns liegt eine Variante des
Zauberwürfels, die eigentlich gar nicht funktionieren sollte:
Ein 2x2x2-Würfel besteht aus sieben von acht massiven Würfeln der Größe 1x1x1,
beim achten solchen Teilwürfel wurde noch einmal jede Seite halbiert, er
besteht aus kleinen Würfelchen der Größe ½x½x½. Sieben der kleinen Würfelchen
sind von außen sichtbar. Dieser Würfel ist sehr dekorativ und verblüfft jeden,
der ihn zum ersten Mal sieht.
Wenn man sich jetzt vorstellt, dass sich die großen Elementarwürfel wie
erwartet drehen lassen, dann bleiben die kleinen Würfelchen jeweils
unverändert nebeneinander und nichts kommt durcheinander. Also muss unsere
Vorstellung falsch sein. Irgendwo steckt noch ein Geheimnis.
Wenn wir den Würfel zur Hand nehmen und vorsichtig an ihm drehen, bemerken wir
sofort das bisher unsichtbare Geheimnis: Der Schnittpunkt der drei Drehachsen
liegt nicht im Zentrum des großen 2x2x2-Würfels, sondern ist leicht versetzt
und liegt im Zentrum eines der kleinen Würfelchen, und zwar in dem von außen
nicht sichtbaren achten Würfelchen. Eine Vierteldrehung der oberen Schicht nach
rechts ergibt:
Dreht man jetzt die hintere Schicht um 90 Grad, so wird nun eine Schnittebene
von honten nach vorn frei für eine Drehung:
Die nächste Drehung entlang dieser von vorn nach hinten verlaufenden
Schnittebene zerlegt den kleinen 2x2-Würfel und das große Durcheinander
beginnt.
Jetzt bleibt noch die Frage, wie man diesen Würfel basierend auf anderen
Zauberwürfeln beschreiben kann, so dass auch der Lösungsalgorithmus etwas
klarer wird. Dazu stellen wir uns den Meffert's Pocket Cube als Kombination aus einem
Mirror Cube
(also einem Zauberwürfel mit ungleich breiten Schichten) und einem speziellen
Bandaged Cube vor. Hier die beiden Zauberwürfel nebeneinander:
Natürlich ist die Dicke der Schichten bei Meffert's Pocket Cube anders als beim Mirror Cube. Hier beträgt die Dicke der drei
Schichten zweimal 1 und einmal 2. Im zweiten Schritt werden einige der Teile
zusammengeklebt, und zwar so wie bei dem Bandaged Cube rechts. Das folgende
Würfelnetz zeigt auch die Rückseiten. Das Farbschema ist hier anders als sonst
und orientiert sich mit den Farben Gelb, Blau und Grün an den kleinen Würfeln
des Meffert's Pocket Cube.
Zu Lösung kann man sich am einfachsten an dem rechts abgebildeten Bandaged
Cube orientieren, denn dort hat man es nicht mit Formveränderungen zu tun und
erkennt die möglichen Drehungen recht übersichtlich.
Zur Verwirrung trägt noch die Tatsache bei, dass die identisch aussehenden
großen violetten Teilwürfel logisch nicht gleichwertig sind: Einer ist ein
normaler Teilwürfel des Bandaged Cubes, alle anderen entstehen durch Verkleben
von zwei, vier oder sieben Teilwürfeln.
Schwierigkeit: Als Bandaged Cube ist Meffert's Pocket Cube automatisch schwierig, und die zusätzlich versteckten unterschiedlich dicken
Schichten machen es bestimmt nicht einfacher.
Varianten: Es gibt auch eine zweifarbige Variante des Meffert's Pocket Cubes. bei dem alle kleinen Würfelchen die gleiche Farbe besitzen und komplett
goldene Sticker haben. Hier ist die Lösung einfacher, da man nur die korrekte
Form des 2x2x2-Würfels wieder herstellen muss.
Design: Justin Eplett
Hersteller: Meffert's
Erscheinungsjahr: 2013
Mehr Infos: